Ich träume von einem Leben ohne Angst.

Angst vor dem bisserl Leben,

was mir davon noch bleibt.

Was hält es für mich noch bereit?

Viele Krankheiten, Todesfälle zieren den Weg.

Immer höher wurde dadurch mein Lebens Steg.

Einsamkeit hat sich längst eingeschlichen.

Viele geliebte Menschen sind mir entwichen.

Ich vermisse sie so sehr und

da ist auch keiner mehr,

der mich in die Arme nimmt und sagt:

"Du packst das schon."

Trotzdem habe ich noch Träume.

Kleine nur, keine Hochseile,

eine feine Schnur nur

und jemanden der mich auffängt,

wenn alles hängt

und ich nicht mehr weiter weiß.

Ich schreibe es jetzt hier nieder.

Zu klagen wage ich nicht.

Ich gebe nur meine Angst hier preis.

Das nimmt ein wenig das Gewicht.

Ändern?

Nein. Ändern kann ich es ohnehin nicht.

Annehmen und in mein Leben integrieren.

Ich höre nicht auf, das täglich zu üben,

täglich zu probieren.

 

05.07.2019 (c) J.Praxl-Eder